Pater Coelestin

Andechs - Wohl keiner seiner Vorgänger hat die katholische Pfarrgemeinde Erling, zu der auch Machtlfing gehört, so geprägt wie Pater Coelestin Stöcker. Mit Ideenreichtum und persönlichem Engagement schuf er, was andere nie für möglich gehalten hatten. Auf das Konto des pfiffigen Mönchs gehen unter anderem der Bau des Kindergartens St. Elisabeth, die Renovierung von St. Vitus und außerdem die Inhaftierung eines Betrügers, der vor Jahren als Mönch getarnt in Bayern und Österreich Spenden für die eigene Tasche sammelte. Nicht zu vergessen die Finanzierung einer Schule und eines Krankenhauses in Bolivien, das zwischenzeitlich zur zweiten Heimat für Pater Coelestin geworden ist.

Was den 84-jährigen Oberpfälzer so erfolgreich macht? Eine liebenswerte Hartnäckigkeit, der niemanden widerstehen kann. Ruft er zur Solidarität auf, stehen ihm ohne Zaudern viele Menschen zur Seite. So auch, als er zur Finanzierung der Renovierung der heimischen Pfarrkirche ein Kochbuch herausgab. Der Clou dabei war, dass die Koch- und Backanleitungen aus der Feder prominenter Landkreisbürger stammten, die ihr Lieblingsrezept aufgeschrieben hatten. So war es auch kein Wunder, dass es reißenden Absatz fand.

Im Frühjahr dieses Jahres wird Pater Coelestin 84 Jahre alt. Sein 50-jähriges Priesterjubiläum feierte er 2002. 35 Jahre davon wirkte er als Pfarrer in Erling. Als er 2002 seine Pfarreien Machtlfing und Erling abgab, zog er vom historischen Pfarrhaus ins Kloster um. Seither kümmert er sich unter anderem um seinen Missionskreis Andechs und um die zahlreichen Wallfahrer, die jährlich nach Andechs kommen.


Pater Coelestin Stöcker


VITA in Zahlen

Pater Coelestin kam am 8. April 1927 in Gräfenberg in der fränkischen Schweiz als Sohn eines Lokomotivführers zur Welt. 1952 wurde er  von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Von 1964 bis 1975 leitete Paster Coelestin als Prior das Kloster Andechs. In seiner Eigenschaft als Pfarrer betreute er von 1967 bis 2002 die Pfarreien Erling-Andechs und

Machtlfing. Am 3. September 1947 ist er dem Orden der Benediktiner in St. Bonifaz in München beigetreten. 40 Jahre war er als Religionslehrer tätig.

Wenn Pater Coelestin im Gespräch plötzlich die Augen schließt, um

sich zu erinnern, wenn er über einige seiner vielen Erlebnisse  beim

Aufbau von Infrastruktur und Bildungseinrichtungen in Bolivien,

Guatemala, Chile oder Ecuador erzählt, wird man als Zuhörer einfach in seinen Bann gezogen.

Pater Coelestin beschreibt sehr bescheiden, mit ehrlicher Freude am Helfen können, wie er oft unter abenteuerlichen Bedingungen Gelder am Körper versteckt für Projekte in entlegene Gegenden Latainamerikas transportierte. Im bolivianischen La Paz entstand mit seiner Hilfe beispielsweise eine Schule für 4600 Kinder.


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